Die Linzer Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialpolitik WISO stellt ihr letzte Ausgabe unter das Schlagwort Industriepolitik und veröffentlicht zwei Beiträge rund um die Transformation der Automobilindustrie – hier zum Nachlesen.


Jakob Kapeller / Claudius Gräbner-Radkowitsch
Standortwettbewerb und Deindustrialisierung: Das Beispiel MAN als Lehrbuchfall

Dieser Beitrag illustriert theoretische Argumente zu den Charakteristika vergangener und gegenwärtiger Globalisierungsprozesse am Beispiel des (ehemaligen) MAN-Produktionsstandortes Steyr. Dabei wird gezeigt, wie sich allgemeine Dynamiken verstärkter internationaler Eigentumskonzentration und Arbeitsteilung sowie ihre gesellschaftlichen Folgen – wie geringere staatliche Regulierungskapazität oder stärkere Machtasymmetrien – an einem konkreten Beispiel abbilden. Darüber hinaus weist der Beitrag auf weiterführende Aspekte hin, die für eine politische Diskussion der Folgen standortpolitischer Entscheidungen von Konzernzentralen relevant erscheinen, insbesondere den internationalen Standortwettbewerb und seine konkrete Ausprägung auf europäischer Ebene. Diese Ausführungen zeigen, dass am Gemeinwohl orientierte institutionelle Einbettung der Globalisierung notwendig ist, aber nur gelingen kann, wenn politische Maßnahmen auf lokaler und internationaler Ebene komplementär ausgestaltet werden.


Michael Hoffmann / Julian Reinert
Transformation der saarländischen Automobilindustrie und die Herausforderungen für Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften

Das Saarland ist von der stattfindenden Transformation der Automobilindustrie und der Industrie insgesamt besonders betroffen. Als im überdurchschnittlichen Maße industrieller Produktionsstandort, dessen Fertigungsprozesse dabei stark auf konventionelle Antriebstechnologien konzentriert sind, könnte nahezu die Hälfte aller Umsätze des Automotive Clusters Saarland aufgrund dessen von einer fortschreitenden Elektrifizierung bedroht sein. Gewerkschaften und Betriebsräte werden vor besondere Herausforderungen gestellt, diesen Wandel im Sinne der Arbeitnehmer*innen mitzugestalten. Diese sind mehr denn je aufgefordert, vorausschauende und zukunftsweisende Handlungsstrategien in einem komplexen und dynamischen Wirtschaftsumfeld zu entwickeln.

 

 

 

Kommentare für “Industriepolitik und Transformation der Automobilindustrie

  • Hans payrleithner :

    Wie stark diese Veränderungen uns alle immer wieder betreffen ist besonders in steyr historisch nachvollziehbar. Schon nach dem 1.wk hatten diese Umbrüche katastrophale Auswirkungen-nicht nur auf die Arbeitsplätze sondern auch auf die politische Entwicklung. Ohne soziale abfederungen-wie damals-entstehen extreme Gruppierungen. Für br und personalvertretungen immer Herausforderungen. Ähnlich heute in der umbruch Situation

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