Zum Jahreswechsle 2021/22 konnte ich im Linzer Stadtarchiv der Frage nachgehen, wie denn um 1900 die Linzer Raimundstraße entstand – dort wo heute BFI und BBRZ sind. Ich wurde fündig und darf das hier teilen (Danke an die MitarbeiterInnen des Archivs der Stadt Linz).

In der „Dritten Landesaufnahme“ wurde Linz 1877 kartographisch erfasst. Damals gab es entlang der heutigen Wienerstraße einige Häuser. Die Raimundstraße war ein Feld. Beim Punkt ist heute die Raimundstraße 1 -5.

Elf Jahre später, im April 1888, plante Josef Halbärth die „Herstellung einer Lampenfabrik auf dem angekauften Teil der Parzelle im Vororte Lustenau“, dort wo man heute in die BFI/BBRZ Tiefgarage (Raimundstraße 5) einfährt.

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Dazu musste die Raimundstraße erst entstehen. Auf den Plänen ist sie eine „neu zu eröffnende Straße“, die von der Reichsstraße abzweigt.

Ab 1906 erzeugte die Firma Rosenbauer in diesen Werkstätten Feuerwehrpumpen und erweiterte die Fabrik Zug um Zug. Auch die Nachbarschaft war tätig. An der Ecke der neuen Raimundstraße zur heutigen Wienerstraße (jetzt der Eingang zum BFI) entstand 1903 Johann Grubhofers Kaffee- und Wohnhaus. Ab 1923 betrieben hier Hekler & Zimmermann ein Kaufhaus, das im März 1938 arisiert und nach 1945 als Kaufhaus der Linzer wieder gegründet wurde. Auf der Postkarte sieht man das Ensemble der Raimundstraße bis zur Lampenfabrik.

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Cafetier Grubhofer erweiterte zugleich das Wohnhaus auf das Grundstück Raimundstraße 3, das im Zweiten Weltkrieg eine Bombe bis zur Kellerdecke zerstörte und niemand wieder aufbaute.

Im ähnlichem Stil und im selben Jahr geplant: Hausnummer 4, dessen Dach bei dieser Bombardierung beschädigt wurde und später nach 1945 als Raimundstraße 4 – 6 neu entstand.

Schließlich stammt aus diesen Jahren auch das Wohnhaus Raimundstraße 8, das in historischer Form bis heute erhalten ist.

Kommentare für “Ein Vorstadtstraße entsteht – die Linzer Raimundstraße um 1900

  • Sehr geehrter Herr Jungwirth

    Sie haben mir einen sehr interessanten und neuen Lichtblick auf die Historien der Raimundstraße gezeigt!
    Ich danke Ihnen dafür und wünsche auch für 2022 nur das Beste und Gesundheit!

    Mit besten Grüßen

    Vasile Finta

  • Helmut Unterholzer :

    Hallo Christoph,
    Die Ergebnisse deiner Forschungsarbeiten sind einfach faszinierend und sehr spannend für mich.
    Durfte ich doch knappe 40 Jahre meines Berufslebens in diesem „Krätzel“ zubringen.
    Einiges war mir bekannt, der größte Teil völlig neu.
    Bis bald

  • Christina Raymann :

    Sehr geehrter Herr Jungwirth,
    vielen Dank für die Recherchen und die Weiterleitung an uns Mitarbeiter:innen.
    Ich hab das sehr interessant gefunden, vor allem, dass es die Gebäude schon so lange gibt.

    Auch Ihnen und Ihrer Familie ein tolles neues Jahr und ich freu mich schon auf die nächsten Ergebnisse!
    Liebe Grüße

  • Sehr geehrter Herr Dr.Jungwirth,
    sehr interessant die Zeitgeschichte insbesondere die Raimundstraße 4-6. Meines Wissens entstand das RISS 1988 hier in der R-4-6 , da sollte es angeblich eine Baulücke gewesen sein. Ich weiß allerdings nicht, ob das BBRZ ein bestehendes Haus gekauft und abgetragen hat, oder doch nur ein Grundstück erworben hat.
    Spannend wie sich ein Stadtteil entwickelt und verändert.

    Ich wünsche ein frohes und gesundes 2022!

    LG
    Kristina Skelo

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